Die D.H.82A Tiger Moth von Manfred Ricken,
oder "Null Grad, so haben wir das doch immer gemacht!"

Manni hat seine D.H.82A Tiger Moth "neuwertig" und günstig von einem Schreiner erworben. Glücklich wurde er mit dem Modell zunächst jedoch nicht.

Die Tiger benahm sich im Flug recht eigenwillig, sie hielt nicht den Kurs und reagierte irgendwie seltsam auf die Ruder. Ein schrittweises Vorverlegen des Schwerpunktes brachte keine Verbesserung.

Manni ließ sich schließlich überreden, die Motte nachzumessen: Wie befürchtet, hatte der Erbauer das Höhenleitwerk kurzerhand auf 0 Grad gesetzt und dazu noch die beiden Flügel mit unterschiedlichen und falschen Einstellwinkeln montiert!

Um die Fehler zu beseitigen wurde die Bespannung abgezogen. Die richtigen Einstellwinkel* konnten nur mit einem neuen Baldachin erreicht werden. In die beiden Querruder hat Manni zur Beseitigung des Verzuges und zur Versteifung je ein dünnwandiges Alurohr eingelassen. Die roten "Profi" Servos an den Rudern mußten zeitgemäßen 80 Ncm Servos weichen.

Zu Beginn der nächsten Saison erschien das Modell statt im tristen Tarnanstrich nun in einer freundlichen Zivil-Lackierung auf dem schönen Modellflugplatz bei Diestedde. Und siehe da, jetzt fliegt auch Manni´s Tiger Moth so wie ich das gewohnt bin:
Wie kaum ein anderes Modell dieser Kategorie ist die Tiger Moth leicht zu beherrschen, gemütlich und entspannend zu fliegen, aber trotzdem keinesfalls langweilig. Sie ist zugleich lebendig und auf ihre Weise viel kunstflugtauglicher als die meisten Piloten sich das vorstellen.

 

Ausrüstung:   Titan ZG 38SC
Getriebe 2,8:1 Edelstahlschalldämpfer
Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken!   

* Die ungewöhnlichen Einstellwinkel unserer Tiger Moth:
So mancher "Experte" kann die im Bauplan angegebenen Einstellwinkel mit seinem Aerodynamik-Verständnis nicht nachvollziehen. Die +2,5 Grad an beiden Flügeln und +4,0 Grad am Höhenleitwerk ergeben auf dem Papier nun mal eine negative Einstellwinkeldifferenz von 1,5 Grad. Das darf nicht sein und so entsteht wieder eine Tiger Moth "mit kleinen Änderungen" die nach den ersten Flügen recht schnell zum Kauf angeboten wird... - Die Luft weiß aber nichts von solchen Bedenken und schert sich nicht um einfache "Darstellende Geometrie".

Tatsächlich ist es so: Um Auftrieb zu erzeugen lenkt jeder Flügel die Luftströmung hinter sich nach unten ab. So trifft die Strömung schließlich von oben auf das Höhenleitwerk und es entsteht aerodynamisch die notwendige positive Einstellwinkeldifferenz.

Durch das positiv angestellte Höhenleitwerk hängt die Tiger Moth nicht wie die berühmte "schwangere Ente" in der Luft, die Nase zeigt eher leicht nach unten. Das Flugbild sieht "gesünder" aus und das Höhenleitwerk wird aus dem destabilisierenden Abwindfeld des oberen Flügels zum Teil herausgehoben. Der Effekt ist annähernd vergleichbar mit einem T-Leitwerk, das darf bei gleicher Wirkung bekanntlich kleiner ausfallen als ein Kreuzleitwerk.


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